Wie, Wo und Warum – die wichtigsten Fragen zur Patientenvollmacht

Patientenverfügung

Das Wort Patientenverfügung geistert mittlerweile durch sämtliche Medien, und im Hintergrund sind immer sogenannte „Horrorgeschichten“ zu lesen. Der Vorteil einer solchen Verfügung liegt auf der Hand, man selbst – als Patient – entscheidet über wichtige Maßnahmen, die im Ernstfall getroffen werden müssen. Dennoch scheuen sich noch viel zu viele Menschen, eine Patientenverfügung zu machen, auch weil es oft noch viele ungeklärte Fragen gibt.

 

Warum ist eine Patientenverfügung sinnvoll?

In einer solchen Verfügung wird festgehalten, was bei einem Ernstfall passieren soll. Die gängigsten und bekanntesten Fragen sind: Möchte man lebenserhaltende Maßnahmen? Was ist mit einer Organspende, künstlicher Ernährung und Beatmung? Auch der Glauben kann in einer Patientenverfügung eine Rolle spielen. Dabei werden noch viele weitere wichtige Entscheidungen in einer Verfügung abgeklärt. Um einen Überblick zu bekommen, können Vordrucke genutzt werden. Da man seine eigene Patientenverfügung schreiben kann, es also keinen amtlichen Vordruck gibt, sollte man die Vordrucke erweitern und an seine eigenen Wünsche anpassen. Gerade wenn Krankheiten vorhanden sind, wie Alzheimer oder Demenz, können Vordrucke alleine oft nicht alles abklären.

 

Wie schreibt man eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist zwar in der Regel ziemlich formlos, sie muss auch nicht von einem Notar beglaubigt werden, aber dennoch gibt es einige Regeln, die zu beachten sind. Der Ersteller muss freiwillig die Verfügung ausstellen und auch volljährig sein. Ob die Verfügung mit dem Computer oder per Handschrift erfolgt, ist hingegen gleichgültig. Die wichtigsten Daten, die enthalten sein müssen sind:

  • Name, Geburtsdatum sowie aktuelle Anschrift
  • Bereiche, für die die Patientenverfügung gelten soll
  • Informationen zu ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen (lebenserhaltende Maßnahmen, Schmerzbehandlung, Dialyse, etc.)
  • Weitere Vorsorgungsverfügungen (Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht, etc.)
  • Datum, Unterschrift

 

Wichtig ist vor allem, die richtigen Formulierungen zu treffen, sodass keine Fragen offen und keine Interpretationsmöglichkeiten gegeben sind. Auch wenn die Patientenverfügung nicht von einem Notar beglaubigt werden muss (wenn der Patient die Verfügung selbst unterschrieben hat), so kann eine Beglaubigung dennoch sinnvoll sein, da der Notar im Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer eine Registrierung machen kann. Ärzte und Betreuer können diese Information abrufen und wissen so über eine Verfügung Bescheid. Diese Registrierung kann aber auch von Privatpersonen selbst auf der Webseite der Bundesnotarkammer gemacht werden. Eine Patientenverfügung kann jederzeit geändert und erweitert werden.

 

Wo hinterlegt man eine Patientenverfügung?

Die fertige Patientenverfügung kann zu Hause oder bei Verwandten und Freunden aufbewahrt werden. Für den Notfall ist wichtig, dass Ärzte Zugriff auf die Verfügung erhalten. So kann ein Hinweis in der Geldbörse ebenso hilfreich sein wie in einem Notfall-Anhänger. Bei bevorstehenden Operationen sollte die Patientenverfügung mitgenommen und die Ärzte darauf hingewiesen werden. Bei der Registrierung der Patientenverfügung bei der Bundesnotarkammer kann auch ein Hinweis hinterlassen werden, wo sich die Patientenverfügung befindet.

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